Psoriasis-Arthritis

Was ist Psoriasis-Arthritis?

Wussten Sie, dass die Psoriasis-Arthritis eine entzündliche Erkrankung der Gelenke ist, die häufig im Zusammenhang mit Schuppenflechte (Psoriasis) auftritt? Bei der Schuppenflechte greifen körpereigene Immunzellen die Zellen der Haut an, es handelt sich also um eine sogenannte Autoimmunerkrankung. Auch die Arthritis zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Sie zeichnet sich durch eine anhaltende (chronische) Entzündung der Gelenke aus. Hierbei greifen die körpereigenen Immunzellen die Gelenkinnenhaut an, die das Innere des Gelenks auskleidet. Wie Sie in der nachfolgenden Abbildung sehen können, führt dies zum Anschwellen der Gelenkinnenhaut. Der Entzündungsprozess breitet sich aus und befällt schließlich den Gelenkknorpel und -knochen, wodurch es zu bleibenden Schäden kommen kann. Der Befall der Gelenke folgt hierbei einem typischen Muster, das sich jedoch von dem der rheumatoiden Arthritis unterscheidet. Bei der Psoriasis-Arthritis tritt die Schuppenflechte meistens Jahre vor der Erkrankung der Gelenke auf.

 

Wie viele Menschen leiden an Psoriasis-Arthritis?

 

Wenn Sie unter einer Psoriasis-Arthritis leiden, sind Sie damit nicht allein. Ungefähr ein Drittel der Menschen die an Schuppenflechte leiden, erkrankt im Laufe seines Lebens auch an Psoriasis-Arthritis.2 Die Häufigkeit der Psoriasis-Arthritis liegt im Schnitt bei 0,2 %, das entspricht etwa 140.000 Betroffenen in Deutschland.3 Die Psoriasis-Arthritis kann in jedem Lebensalter auftreten. Meist bricht sie jedoch bei Patienten im Alter zwischen 30 – 55 Jahren erstmals aus.2

Wie entsteht eine Psoriasis-Arthritis?

Bisher sind die genauen Ursachen noch nicht geklärt. Eine gewisse Veranlagung kann vererbt werden, aber es kommt nicht nur aufgrund erblicher Faktoren zum Ausbruch der Krankheit. Da Frauen und Männer gleich häufig erkranken, spielt das Geschlecht keine Rolle.2 Es gibt allerdings verschiedene Risikofaktoren, die möglicherweise zum Ausbruch einer Psoriasis-Arthritis beitragen können. Dazu gehören:3

Wie äußert sich eine Psoriasis-Arthritis?

 

Rund ein Drittel der Psoriasis-Betroffenen entwickeln im Laufe der Zeit eine Psoriasis-Arthritis.2. Charakteristisch für die Schuppenflechte sind die so genannten Plaques. Dabei handelt es sich um klar abgegrenzte, rissige, entzündete, gerötete und schuppende Bereiche auf der Haut, die mit einem Jucken oder Brennen verbunden sein können. An den Nägeln können sich zudem runde Vertiefungen oder gelbe Verfärbungen bilden. Falls die Kopfhaut oder die Nägel betroffen sind, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich eine Psoriasis-Arthritis entwickelt. In der folgenden Abbildung können Sie sehen, welche Gelenke bei Psoriasis-Arthritis besonders häufig betroffen sind.

Treten erste Anzeichen für die Erkrankung der Gelenke auf, kann die Psoriasis-Arthritis auf den ersten Blick leicht mit einer rheumatoiden Arthritis verwechselt werden.2 Es kommt zur Entzündung kleiner Gelenke, die sich in Schwellungen, Schmerzen und Steifigkeit äußert. Aber – und das unterscheidet die Psoriasis-Arthritis von der rheumatoiden Arthritis – die Symptome treten jeweils nur auf einer Körperseite auf.2 Des Weiteren sind bei Psoriasis-Arthritis häufig die Finger- und Zehenendgelenke statt der Finger- und Zehengrundgelenke betroffen und die Entzündungen können auf die Sehnenscheiden und ihre Ansätze am Knochen übergreifen.

Durch die Entzündung aller Finger- oder Zehengelenke, samt Ansätze am Knochen, kommt es oft zu einer wurstartigen Verdickung des Fingers oder Zehs (Daktylitis):2

Bei manchen Patienten ist allerdings nur das Kniegelenk oder die Wirbelsäule betroffen.2 Sogar die Augen können entzündet sein.2 Die Psoriasis-Arthritis verläuft chronisch mit entzündlichen Schüben. Das heißt, dass beschwerdearme Phasen von Phasen unterbrochen werden, in denen die Beschwerden stärker sind, die Krankheit fortschreitet und sich verschlimmert.4

Was sind die Folgen von Psoriasis-Arthritis?

Die Erkrankung beginnt schleichend, was bedeutet, dass die Symptome zunächst sehr unauffällig sind und sich zunehmend verschlimmern. Anfangs sind in der Regel nur wenige Gelenke an verschiedenen Körperstellen betroffen. Häufig beginnt die Erkrankung an Finger- und Zehengelenken und äußert sich in Form von Schwellungen, Schmerzen oder auch Steifigkeit. Weitere Gelenke wie beispielsweise die Knie-, Sprunggelenke oder der untere Rücken können ebenfalls erkranken. Psoriasis-Arthritis ist eine fortschreitende Erkrankung. Im Verlauf kann es durch die unbehandelte Entzündung zu Verformungen, bis hin zur Versteifung der Gelenke kommen. Dauerhafte Gelenkschäden und Bewegungseinschränkungen sind die Folge.

Wie sieht die Behandlung der Psoriasis-Arthritis aus?

Wenn Sie von der Psoriasis-Arthritis betroffen sind, ist es wichtig, möglichst früh mit der Behandlung zu starten, um Gelenkschäden zu vermeiden. Durch die modernen Behandlungsmöglichkeiten kann das Fortschreiten der Erkrankung deutlich verlangsamt und im besten Fall sogar zum Stillstand gebracht werden.

Die Behandlung der Psoriasis-Arthritis besteht aus mehreren Säulen:

  1. Medikamentöse Behandlung
  2. Individuell angepasste Krankengymnastik und Ergotherapie
  3. UV-Lichttherapie und Ernährungsanpassung

Bei der symptomatischen Behandlung der Psoriasis-Arthritis gilt es einerseits die Symptome der Schuppenflechte und zusätzlich die Auswirkungen der Gelenkentzündung zu lindern. Alles zur Psoriasis-Therapie erfahren Sie hier.

Behandlung akuter Symptome

Um die Arthritis-Symptomatik erträglicher zu machen, können begleitend zur Standardtherapie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), wie Diclofenac, Coxibe oder Ibuprofen, eingenommen werden. NSAR sind in der Regel nicht-verschreibungspflichtige Schmerzmittel, die jedoch nicht nur die Schmerzen lindern, sondern gleichzeitig auch entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Eine besonders schnelle symptomatische Verbesserung kann mit Glucocorticoiden (Kortison) erzielt werden, weshalb sie oft eingesetzt werden, um die Zeit bis zum Wirkeintritt der DMARDs zu überbrücken.5 Mit Hilfe von NASR oder Kortison können zwar die Krankheitsanzeichen gelindert werden, sie nehmen jedoch keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf.

Therapieoptionen mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika

Um den Krankheitsfortschritt der Psoriasis Arthritis zu verlangsamen oder im besten Fall sogar ganz zum Stillstand zu bringen, gibt es die sog. Standardtherapie. Hierzu kommen sogenannte krankheitsmodifizierende Arzneimittel (DMARD) wie beispielsweise Methotrexat oder Leflunomid zum Einsatz, die die Erkrankung zwar nicht heilen, aber ihren Verlauf beeinflussen können und entzündungshemmenden Eigenschaften besitzen.6 Die Anwendung erfolgt in regelmäßigen Abständen und muss dauerhaft aufrechterhalten werden.

Bei manchen Menschen reichen die klassischen Arzneimittel nicht aus, um die Entzündung unter Kontrolle zu bringen. Dann kann eine Behandlung mit Biologika oder deren Biosimilars weiterhelfen.

Referenzen:

  1. https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/rheumatische-erkrankungen/was-ist-eine-rheumatoide-arthritis-735441.html (Letzter Abruf 19.05.2021)
  2. https://www.rheuma-liga.de/rheuma/krankheitsbilder/psoriasis-arthritis (letzter Abruf: 31.03.2021)
  3. https://www.gelbe-liste.de/krankheiten/psoriasis-arthritis (letzter Abruf: 31.03.2021)
  4. https://www.rheumatologie.at/pdf/OeGR_Pocket_Guide_Rheuma.pdf (letzter Abruf: 31.03.2021)
  5. Schneider M, Baseler G, Funken O et al. Interdisziplinäre Leitlinie: Management der frühen rheumatoiden Arthritis 2019; https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/060-002.html (letzter Abruf 31.03.2021)
  6. Fiehn C, Holle J, Iking-Konert C et al. S2e-Leitlinie: Therapie der rheumatoiden Arthritis mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten. Z Rheumatol 2018; 77(Suppl 2):35–53.

ZINC: DE-AMB-0321-00026