Polyartikuläre Juvenile Idiopathische Arthritis und Enthesitis-Assoziierte Arthritis

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Juvenile idiopathische Arthritis und Enthesitis-assoziierte Arthritis

Was ist juvenile idiopathische Arthritis bzw. Enthesitis-assoziierte Arthritis?

Die juvenile idiopathische Arthritis und auch die Enthesitis-assoziierte Arthritis sind sogenannte Autoimmunerkrankungen, die meistens anhaltende (chronische) Gelenkentzündungen verursachen. Unter dem Einfluss der entzündungsfördernden Zellen kommt es auch zu einer vermehrten Aktivierung von Riesenzellen (Osteoklasten), die für den Knochenabbau verantwortlich sind. Dies führt zu einem verstärkten Knochenabbau.
Die juvenile idiopathische Arthritis hat viele Formen, daher wird sie in Untergruppen eingeteilt. Die Enthesitis-assoziierte Arthritis ist eine dieser Untergruppen und hat natürlich viel mit der juvenilen idiopathischen Arthritis gemeinsam. Allerdings gibt es auch einige Punkte, in denen sie sich unterscheiden. Damit die Erklärungen für Sie übersichtlicher sind, haben wir Hauptkrankheit und Untergruppe getrennt.
Das heißt:
  • Alle allgemeingültigen Informationen finden Sie unter den Kapiteln zur „juvenilen idiopathischen Arthritis“
  • Für die Besonderheiten der Enthesitis-assoziierten Arthritis (EAA) gibt es ein eigenes Kapitel „Enthesitis-assoziierten Arthritis“.
Die Behandlung ist für beide gleich.

Wie viele Menschen leiden an juveniler idiopathischer Arthritis?

In Deutschland leiden ca. 15.000 Kinder und Jugendliche an juveniler idiopathischer Arthritis. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen.

Wie entsteht eine juvenile idiopathische Arthritis?

Die Ursachen der juvenilen idiopathischen Arthritis sind bis heute nicht völlig bekannt. Wissenschaftler und Ärzte glauben, dass die Krankheit durch ein multifaktorielles Geschehen ausgelöst wird. Eine multifaktorielle Erkrankung ist eine vererbliche Krankheit, für deren Ausbruch nicht nur die entsprechenden Abweichungen im Erbmaterial, sondern auch äußere Einflüsse vorhanden sein müssen. Dies sind z. B.:
  • Entzündungen (Infektionen)
  • Starke, seelische Erschütterungen (Traumata)
  • Stress
  • Eventuell auch Viren

Wie äußert sich eine juvenile idiopathische Arthritis?

Die juvenile idiopathische Arthritis hat viele Formen, daher wird sie in Untergruppen eingeteilt. Alle Formen verlaufen in Schüben. Gemeinsame Krankheitszeichen aller Untergruppen sind:
  • Gelenkschwellung
  • Schmerz
  • Morgensteifigkeit
  • Überwärmung der Gelenke
  • Ansammlung von Flüssigkeit in den Gelenken (Gelenkergüsse)

Was sind die Folgen einer juvenilen idiopathischen Arthritis?

Ohne Behandlung kommt es zu einer dauerhaften (chronischen) Entzündung der Gelenke und der Zerstörung des Knorpels. Dies führt letztlich zu:
  • Funktionsunfähigen Gelenken
  • Fehlhaltungen
  • Verformung der Gelenke
  • Kleinwuchs durch anhaltende Entzündungsaktivität
  • Wachstumshemmung (Finger, Zehen, Kieferknochen)
  • Wachstumsbeschleunigung (Kniegelenksarthritis: Dadurch kann ein Bein länger werden, als das andere.)

Wie sieht die Behandlung der juvenilen idiopathischen Arthritis aus?

Die Behandlung der juvenilen idiopathischen Arthritis ist vielschichtig. Sie richtet sich nach der Form und Schwere der Erkrankung. Unbehandelt führt die juvenile idiopathische Arthritis zu bleibenden Schäden. Deshalb ist es sehr wichtig, so früh wie möglich mit der Behandlung zu beginnen. Sie besteht aus:
  • Schmerzlindernden und entzündungshemmenden Arzneimitteln
  • Krankengymnastik, Ergotherapie (gezielter Einsatz von individuell sinnvollen Tätigkeiten zur Unterstützung der Patienten) und/oder Kältetherapie (gezielter Einsatz von Kälte)
  • Familientherapeutischen Maßnahmen – die Familientherapie kümmert sich um Probleme innerhalb der Familie.

Wie sieht eine Behandlung mit Arzneimitteln aus?

Mit den modernen Arzneimitteln kann ein Fortschreiten der Erkrankung deutlich verlangsamt oder sogar völlig zum Stillstand gebracht werden. Es gibt verschiedene Arten der Behandlung. Der Arzt wird gemeinsam mit dem Patienten entscheiden, welche Behandlung durchgeführt wird.

Arzneimittel gegen Schmerzen

Diese Arzneimittel reduzieren zwar die Krankheitsbeschwerden wie Schmerzen, Entzündungen und Gelenksteife, sie haben jedoch keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf. Folgende Arzneimittel werden eingesetzt z. B.:
  • Kortison
  • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Diclofenac oder Ibuprofen

Arzneimittel zur Behandlung der juvenilen idiopathischen Arthritis: Basisbehandlung

Es gibt auch Arzneimittel, die das Fortschreiten der Krankheit langfristig hemmen können (krankheitsmodifizierende Arzneimittel oder auch DMARD). Zum Einsatz kommen z. B.:
  • Methotrexat (MTX)
  • Leflunomid
  • Sulfasalazin
  • Chloroquin
Diese Behandlung wird nicht nur bei momentanen Beschwerden, sondern regelmäßig und dauerhaft durchgeführt. Daher wird sie als Basisbehandlung (Basistherapie) bezeichnet.

Arzneimittel zur Behandlung der juvenilen idiopathischen Arthritis: Behandlung mit Biologika bzw. Biosimilars

Bei manchen Menschen reichen die klassischen Basisarzneimittel nicht aus, um die Entzündung unter Kontrolle zu bringen. Dann kann eine Behandlung mit sogenannten Biologika bzw. Biosimilars weiterhelfen. Biologika sind in lebenden Zellen hergestellte Wirkstoffe. In der Behandlung der juvenilen idiopathischen Arthritis kommen sie als Abwehrstoffe zum Einsatz, die gegen bestimmte Entzündungsbotenstoffe wirken oder bestimmte Zellen der körpereigenen Abwehr hemmen.
Ein Biosimilar ist ein Biologikum, d.h. ein biotechnologisch hergestelltes Arzneimittel. Es ist ein Nachbau eines Biologikums, das bereits zugelassen ist (Referenzprodukt). Die Entwicklung und Herstellung von Biosimilars ist ähnlich aufwendig wie die der Referenzprodukte. Biosimilars sind dabei genauso wirksam und verträglich wie die Referenzprodukte – dies ist durch Studien belegt. Als Biologika werden auch Biosimilars in lebenden Zellen hergestellt. Diese Zellen sorgen bei der Produktion immer wieder für winzige Veränderungen – wie bei körpereigenen Substanzen auch. Biosimilars sind deswegen niemals komplett identisch mit dem Referenzprodukt. Ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit ist dabei gewährleistet.

Enthesitis-assoziierte Arthritis (EAA)

Wie viele Menschen leiden an einer Enthesitis-assoziierten Arthritis?

Die Enthesitis-assoziierte Arthritis (EAA) tritt bei ca. 15 % der an der juvenilen idiopathischen Arthritis Erkrankten auf. Mit 70 bis 80 % sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen. Oft leiden auch Familienmitglieder an ähnlichen Erkrankungen.

Wie äußert sich eine Enthesitis-assoziierte Arthritis?

Bei der EAA sind oft die großen Gelenke wie Hüft-, Knie- und Sprunggelenke auf einer Körperseite geschädigt. Zusätzlich sind oft auch die Sehnenansätze (vor allem am Fuß) betroffen.

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