Morbus Crohn

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Morbus Crohn

Was ist Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine sogenannte Autoimmunerkrankung. Hierbei greifen körpereigene Abwehrzellen die Schleimhaut des Verdauungstraktes an. Es entstehen andauernde (chronische) Entzündungen, die meist schubweise auftreten.

Wie viele Menschen leiden an Morbus Crohn?

In Deutschland leiden ungefähr 164.000 Menschen an Morbus Crohn. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Die Erkrankung tritt am häufigsten zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr auf.

Wie entsteht Morbus Crohn?

Die Ursachen von Morbus Crohn sind bis heute nicht völlig bekannt. Wissenschaftler und Ärzte glauben, dass die Krankheit durch ein multifaktorielles Geschehen ausgelöst wird. Eine multifaktorielle Erkrankung ist eine Erbkrankheit, die durch Abweichungen des Erbmaterials entsteht. Die erbliche Belastung alleine lässt in der Regel die Krankheit aber nicht ausbrechen. Damit dies geschieht, müssen weitere Einflüsse hinzukommen, wie zum Beispiel Rauchen.

Wie äußert sich Morbus Crohn?

Morbus Crohn beginnt oft langsam. Er zeigt sich meist durch folgende Krankheitszeichen:
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Fieber

Was sind die Folgen von Morbus Crohn?

Mögliche Probleme durch Morbus Crohn sind:
  • Mangelernährung: zum Beispiel bei der Vitamin-B12-Versorgung
  • Verengung des Darms
  • Fistelbildung: Bei etwa 40 % der Patienten bilden sich Fisteln (Verbindungsgänge) zwischen dem Darm zu einem anderen Darmabschnitt, zur Haut, Blase oder Scheide.
  • Abszesse (ein mit Eiter gefüllter Hohlraum im Gewebe)
  • Erhöhtes Risiko für Darmkrebs
Morbus Crohn kann auch andere Organe wie zum Beispiel Leber, Gelenke oder Augen befallen.

Wie sieht die Behandlung von Morbus Crohn aus?

Eine Behandlung von Morbus Crohn zielt darauf ab, den Entzündungsprozess zu bremsen. Wie sie durchgeführt wird, hängt davon ab, wie schwer die Erkrankung ist und welche Abschnitte des Verdauungstraktes betroffen sind.
Bei sehr starken Entzündungen kann es sein, dass nicht genügend wichtige Nährstoffe aufgenommen werden können, zum Beispiel Eisen, Kalzium, Elektrolyte (zum Beispiel Kalium, Natrium und Magnesium), Vitamin B12 und andere Vitamine. Diese müssen dann ergänzt werden.

Wie sieht eine Behandlung mit Arzneimitteln aus?

Mit den modernen Behandlungsmethoden kann die Anzahl der Krankheitsschübe vermindert und die beschwerdefreie Zeit (Remission) verlängert werden. Bei einem akuten Krankheitsschub werden Kortisonpräparate verschrieben. Es kommen auch sogenannte Salizylate zum Einsatz. Salizylate wirken ebenfalls entzündungshemmend, vermutlich indem sie die Bildung von Entzündungsbotenstoffen hemmen.

Behandlung mit Biologika bzw. Biosimilars

Bei manchen Menschen reichen die klassischen Basisarzneimittel nicht aus, um die Entzündung unter Kontrolle zu bringen. Dann kann eine Behandlung mit sogenannten Biologika bzw. Biosimilars weiterhelfen. Biologika und Biosimilars sind hochwirksame, komplexe Arzneimittel. Sie müssen daher in lebenden Zellen hergestellt werden. In der Behandlung von Morbus Crohn werden sie verwendet, weil sie zielgerichtet krankheitsauslösende Strukturen bekämpfen, in diesem Fall bestimmte Entzündungsbotenstoffe.
Ein Biosimilar ist ein Nachbau eines Biologikums, das bereits zugelassen ist (Referenzprodukt). Die Entwicklung und Herstellung von Biosimilars ist ähnlich aufwendig wie die der Referenzprodukte. Biosimilars sind dabei genauso wirksam und verträglich wie die Referenzprodukte – dies ist durch wissenschaftliche Forschungen (Studien) belegt. Als Biologika werden auch Biosimilars in lebenden Zellen hergestellt. Diese Zellen sorgen bei der Produktion immer wieder für winzige Veränderungen – wie bei körpereigenen Substanzen auch. Biosimilars sind deswegen niemals komplett identisch mit dem Referenzprodukt. Ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit ist dabei gewährleistet.

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