Hidradenitis suppurativa (Acne inversa)

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Acne Inversa

Was ist eine Acne inversa?

Acne inversa ist eine andauernde (chronische) Entzündung der Haarfollikel. Haarfollikel sind sackartige Strukturen, in die zum z. B. Schweiß herstellende Drüsen enden. Sie geben dem Haar zudem Halt in der Kopfhaut. Die Acne inversa tritt vor allem in Achseln, Leisten, Bauchfalten und unter der weiblichen Brust auf.

Wie viele Menschen leiden an Acne inversa?

Die Häufigkeit der Krankheit liegt zwischen 0,76 % und 1 % in europäischen Ländern. Männer sind wahrscheinlich genauso oft betroffen wie Frauen. Die Erkrankung entwickelt sich selten vor der Pubertät oder nach den Wechseljahren (Menopause). Sie beginnt meist im Alter von 23 Jahren.

Wie entsteht eine Acne inversa?

Die Ursachen der Acne inversa sind bis heute nicht vollständig bekannt. Ein Verschluss des Haarfollikels – vergleichbar wie bei der normalen Akne – wird als wesentlich angesehen. Inwieweit erbliche Gründe eine Rolle spielen, ist noch nicht endgültig geklärt. Auffällig ist, dass die Krankheit in manchen Familien häufiger vorkommt. Die erbliche Belastung alleine lässt in der Regel die Krankheit aber nicht ausbrechen. Damit dies geschieht, müssen weitere Einflüsse hinzukommen.
Bekannte Faktoren sind:
  • Rauchen
  • starkes Übergewicht (Adipositas)
  • Entzündung der Haarfollikel
  • bakterielle Besiedlung
  • übermäßiges Schwitzen
  • Reizungen der Haut

Wie äußert sich eine Acne inversa?

Zu Beginn der Krankheit entstehen teilweise entzündliche, oberflächlich gelegene, hochrote, schmerzhafte Knötchen und Knoten. Im Frühstadium zeigen sich erste Verletzungen (Läsionen). Sie sind schmerzhafte, einzelne, tief sitzende Knoten, die sich manchmal zurückbilden, aber immer wieder auftreten. Am häufigsten sind bestimmte Bereiche der Haut betroffen, z. B. unter den Brüsten, unter den Achseln, an den Innenseiten der Oberschenkel, in der Leistengegend und am Gesäß. An den betroffenen Stellen kann es auch zu Vernarbungen kommen.
Man unterteilt die Acne inversa in drei Stadien:
  • Stadium I: einzelne Abszesse (mit Eiter gefüllte Hohlräume im Gewebe), keine Fistelgänge (Verbindungsgänge zu anderen Geweben oder Organen) und Vernarbungen
  • Stadium II: ein oder mehrere weit auseinander liegende Abszesse mit Fistelgängen und Narbenbildung
  • Stadium III: flächiger Befall mit Abszessen, Fistelgängen und Narbenzügen

Was sind die Folgen einer Acne inversa?

Bei ausgeprägter und/oder lang bestehender Acne inversa können Probleme auftreten wie z. B.:
  • Hautinfektionen
  • Bindegewebsentzündungen
  • Lymphödeme (Stau von Lymphflüssigkeit, der den betroffenen Bereich anschwellen lässt).
Die ausgeprägten Vernarbungen und Behinderung sind eine hohe Krankheitslast. Es besteht eine starke seelische Belastung, die zu Depressionen führen kann.

Wie sieht die Behandlung der Acne inversa aus?

Die Behandlung der Acne inversa ist schwierig und kann sehr belastend sein. Immer noch ist eine Operation zur Entfernung der betroffenen erkrankten Stellen die Methode der Wahl.

Wie sieht eine Behandlung mit Arzneimitteln aus?

Oft werden die betroffenen Stellen durch eine Operation entfernt. Es gibt aber auch Möglichkeiten, die Acne inversa mit Arzneimitteln zu behandeln. Eingesetzt werden: Antibiotika, Hormone, Retinoide (chemische Substanzen, die dem Vitamin A sehr ähnlich sind) und Kortisonpräparate.

Behandlung mit Biologika bzw. Biosimilars

Bei manchen Menschen reichen die klassischen Basisarzneimittel nicht aus, um die Entzündung unter Kontrolle zu bringen. Dann kann eine Behandlung mit sogenannten Biologika bzw. Biosimilars weiterhelfen. Biologika sind biologisch in lebenden Zellen hergestellte Wirkstoffe. In der Behandlung der Acne inversa kommen sie als Abwehrstoffe zum Einsatz, die gegen bestimmte Entzündungsbotenstoffe wirken oder bestimmte Zellen der körpereigenen Abwehr hemmen.
Ein Biosimilar ist ein Biologikum, d.h. ein biotechnologisch hergestelltes Arzneimittel. Es ist ein Nachbau eines Biologikums, das bereits zugelassen ist (Referenzprodukt). Die Entwicklung und Herstellung von Biosimilars ist ähnlich aufwendig wie die der Referenzprodukte. Biosimilars sind dabei genauso wirksam und verträglich wie die Referenzprodukte – dies ist durch Studien belegt. Als Biologika werden auch Biosimilars in lebenden Zellen hergestellt. Diese Zellen sorgen bei der Produktion immer wieder für winzige Veränderungen – wie bei körpereigenen Substanzen auch. Biosimilars sind deswegen niemals komplett identisch mit dem Referenzprodukt. Ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit ist dabei gewährleistet.

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